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Beste SNES-Emulatoren: Snes9x, Mesen, RetroArch, ares

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Das Super Nintendo von 1990 ist emulationstechnisch ein gelöstes Problem. Der Ricoh 5A22 taktet mit 3,58 MHz, die Konsole verkaufte sich 49,1 Millionen Mal, und die Emulation läuft seit Jahren in der höchsten Reifeklasse — die Frage ist also nicht, ob du Super Mario World heute am PC spielen kannst, sondern mit welchem der vier ernsthaften Kandidaten. Ich habe alle vier im Einsatz gehabt und benutze je nach Zweck immer noch drei davon. Hier ist die Aufteilung.

Snes9x: der Veteran, der auf allem läuft

Snes9x ist der älteste der vier und gleichzeitig der genügsamste. Portable Anwendung, keine Installation: Archiv entpacken, ROM laden, spielen. Genau diese Anspruchslosigkeit ist sein Verkaufsargument, denn Snes9x läuft auch auf Rechnern, die für moderne zyklengenaue Emulation zu schwach wären. Der alte Büro-Laptop, der ausrangierte Mini-PC am Fernseher — alles kein Problem.

Die Kompatibilität ist nach Jahrzehnten der Pflege exzellent. Super Mario World wird vom Projekt selbst als perfekt laufend geführt, und das gilt sinngemäß für den allergrößten Teil der Bibliothek. Savestates, also das Einfrieren des Spielstands an beliebiger Stelle, gehören selbstverständlich dazu.

Ein Punkt, den kaum jemand erwähnt: Snes9x steht unter einer eigenen, nicht-kommerziellen Lizenz. Für dich als Spieler ist das egal. Für Distributionen und kommerzielle Geräte-Hersteller ist es der Grund, warum dort oft andere Kerne stecken.

Mesen: Präzision mit eingebautem Röntgenblick

Mesen ist der jüngere, ambitioniertere Gegenentwurf: ein hochpräziser Multi-Emulator, der neben SNES auch NES und Game Boy abdeckt und unter GPLv3 steht. Das Setup bleibt trotzdem trivial — herunterladen, ROM laden, fertig, ohne Konfigurationsmarathon.

Was Mesen von Snes9x abhebt, sind zwei Dinge. Erstens die Genauigkeit: Mesen bildet die Hardware deutlich strenger nach, was bei zickigen Spielen und vor allem bei ROM-Hacks Fehler vermeidet, die ältere Emulatoren durchrutschen lassen. Zweitens die Debugging-Werkzeuge. Speicher-Viewer, Trace-Logger, Tile-Ansichten — wenn du jemals wissen wolltest, was ein SNES-Spiel intern treibt, oder selbst an Hacks und Übersetzungen arbeitest, gibt es nichts Besseres. Ich habe für eine Fan-Übersetzung mal stundenlang im Mesen-Debugger gesessen und mich gefragt, wie man so etwas früher ohne gemacht hat.

Der Preis der Präzision: Mesen braucht spürbar mehr CPU-Leistung als Snes9x. Auf jedem halbwegs aktuellen Rechner irrelevant, auf Uralt-Hardware nicht. Wenn du loslegen willst: SNES mit Mesen einrichten.

RetroArch: wenn SNES nur der Anfang ist

RetroArch ist kein Emulator, sondern ein Frontend, das Emulatoren als sogenannte Cores lädt — darunter auch einen Snes9x-Core. Wer ohnehin Mega Drive, Game Boy und PS1 im selben Programm haben will, richtet RetroArch einmal ein und ist für Dutzende Systeme versorgt. Dazu kommen Shader (etwa für einen glaubwürdigen CRT-Look), Netplay und die Tatsache, dass RetroArch praktisch überall läuft: Windows, Linux, macOS, Android, iOS, Steam Deck.

Die Kehrseite steht in jeder ehrlichen Beschreibung: die Lernkurve. Das Menü folgt einer Konsolen-Logik, die am PC erst mal sperrig wirkt, und bis Controller, Cores und Verzeichnisse sauber sitzen, vergeht ein Abend. Danach willst du es allerdings nicht mehr hergeben. Für ein reines SNES-Setup ist RetroArch Overkill; als Fundament einer Mehrsystem-Sammlung ist es meine Standardempfehlung.

ares: Zyklengenauigkeit als Prinzip

ares ist der kompromissloseste der vier: ein Multi-System-Emulator mit erklärtem Fokus auf Zyklengenauigkeit, vom NES bis zum Nintendo 64, unter der freizügigen ISC-Lizenz. Ein Download, viele Systeme, Plug-and-Play-Anspruch. Die SNES-Emulation gehört zum Genauesten, was du bekommen kannst, weil ares die Hardware Takt für Takt nachbildet statt abzukürzen.

Warum dann nicht einfach immer ares? Weil Genauigkeit Leistung kostet und ares als Allround-Werkzeug weniger SNES-spezifischen Komfort mitbringt als die Spezialisten. Für Puristen, die ein Originalverhalten so nah wie möglich wollen, und für Leute, die ohnehin mehrere Nintendo- und Sega-Systeme aus einer Hand emulieren möchten, ist es trotzdem eine saubere Wahl.

Meine Zuordnung nach Anwendungsfall

  • Schwacher oder alter Rechner, einfach nur spielen: Snes9x. Läuft, seit Jahrzehnten, ohne Theater.
  • Maximale Genauigkeit plus moderne Oberfläche: Mesen. Auch meine Wahl für ROM-Hacks.
  • Großes Multi-System-Setup mit Shadern und Netplay: RetroArch mit Snes9x-Core.
  • Purismus und Hardware-Treue über alles: ares.

Falsch machst du mit keinem davon etwas. Das ist der Luxus eines Systems, dessen Emulation seit Jahren als ausgereift gilt — beim N64 sieht die Lage ganz anders aus, dazu im nächsten Teil der Serie mehr.

Und was ist mit ZSNES?

Die ehrliche Antwort für alle, die den Namen noch aus Schulzeiten kennen: lass es. ZSNES war Anfang der 2000er großartig, wird aber seit vielen Jahren nicht mehr ernsthaft weiterentwickelt, ist deutlich ungenauer als alles oben Genannte und hat bekannte Sicherheitsprobleme beim Laden manipulierter ROMs. Die Nostalgie für das alte Snow-Effekt-Menü verstehe ich. Spielen würde ich damit trotzdem nicht mehr.

Übrigens: ROMs sind nicht das rechtliche Niemandsland, für das sie oft gehalten werden. In Deutschland und der EU gilt nüchtern betrachtet: Sicherungskopien von Spielen, die du besitzt, sind ein enges rechtliches Feld, und Downloads aus dem Netz sind es nicht wert, schöngeredet zu werden. Module dumpen geht mit entsprechender Hardware selbst — Quellen für fertige ROMs findest du hier bewusst nicht.

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