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Athlon XP gegen Pentium 4: Duell der frühen XP-Ära

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Ich habe 2003 in einem Computerladen gearbeitet, und keine Frage kam öfter über den Tresen als diese: Athlon XP oder Pentium 4? Wir haben damals fast immer den Athlon XP 2500+ verkauft, und zwar aus einem schnöden Grund: Für das Geld eines Pentium 4 2.4C bekam der Kunde den Barton plus ein besseres Mainboard. Zwanzig Jahre später stelle ich mir die Frage wieder, diesmal für den Retro-Build, und die Antwort fällt anders aus als damals. Aber der Reihe nach.

Barton gegen Northwood

Die beiden Hauptdarsteller könnten gegensätzlicher nicht konstruiert sein. AMDs Barton-Kern, am bekanntesten als Athlon XP 2500+ mit 1833 MHz, setzt auf Arbeit pro Takt. Das Rating im Namen war eine Kampfansage: Die Zahl sollte signalisieren, mit welchem Pentium 4 man es aufnehmen konnte, obwohl der echte Takt weit darunter lag. Intels Northwood-Kern geht den umgekehrten Weg: lange Pipeline, hohe Taktraten, beim 2.4C eben echte 2400 MHz. Dazu brachte der 2.4C im Jahr 2003 Hyper-Threading mit, also ein zweiter logischer Kern, der Windows XP spürbar geschmeidiger machte, wenn im Hintergrund etwas werkelte.

In Spielen der Ära nahmen sich beide erstaunlich wenig. Mal lag der eine vorn, mal der andere, abhängig davon, ob ein Titel Taktrate oder Pro-Takt-Leistung belohnte. Wer heute behauptet, einer der beiden hätte das Duell klar gewonnen, verklärt. Gewonnen hat damals der Geldbeutel, und da war AMD fast immer vorn.

Ein Sonderfall verdient die Fußnote: Der Prescott, Intels Nachfolgekern, machte 2004 alles schlechter, was Northwood gut konnte. Der Pentium 4 3.0E ist heiß, hungrig und für Retro-Builds nur dann eine Option, wenn der Kühler stimmt. Finger weg, wenn ein Northwood verfügbar ist.

Das FSB-Wettrüsten

Die Frontside-Bus-Geschichte dieser Jahre liest sich wie ein Schlagabtausch. AMD startete mit dem Palomino-Kern 2001 bei FSB 266 (der Athlon XP 1700+ mit seinen 1467 MHz), zog mit Barton 2003 auf 333 und schob mit dem Athlon XP 3200+ noch FSB 400 nach, den Endausbau des Sockels A. Intel konterte härter: 2002 stand der Northwood 1.8A noch bei FSB 400, der 845PE-Chipsatz reichte bis 533, und 2003 sprang Intel mit dem 2.4C direkt auf FSB 800.

Auf dem Papier war das Intels Punkt. In der Praxis bedeutete es vor allem: Beide Plattformen brauchten den passenden Unterbau, sonst verpuffte alles. Ein 3200+ läuft nur auf FSB-400-Chipsätzen wie dem nForce2 Ultra 400 oder VIA KT600. Ein 2.4C will ein FSB-800-Board, sonst verschenkst du seinen größten Trumpf. Genau diese Abhängigkeiten sind heute die häufigste Stolperfalle beim Teilekauf, und genau dafür gibt es unseren Retro-PC-Konfigurator, der CPU, Chipsatz und Grafikkarte gegeneinander prüft, bevor du bietest.

nForce2 gegen i865PE: das eigentliche Duell

Hier wird es für mich persönlich. Denn die CPUs waren nur die halbe Wahrheit; die Chipsätze entschieden, wie sich ein System anfühlte.

NVIDIAs nForce2 Ultra 400 von 2003 war ein Statement: Dual-Channel-DDR, stabiler AGP-Port und mit Soundstorm ein Onboard-Sound, der eine eigene Soundkarte überflüssig machte. Boards wie das ABIT NF7-S oder ASUS A7N8X-E waren der Stoff, aus dem LAN-Party-Träume gemacht wurden. NVIDIA hatte das Konzept übrigens nicht aus dem Nichts: Die Firma baute parallel den Chipsatz der Xbox, und die Verwandtschaft im Audio-Teil hörte man.

Intels 865PE, ebenfalls 2003, war der Gegenentwurf: Dual-Channel-DDR plus FSB 800, dazu die berühmte Intel-Langeweile im besten Sinn. Ein ASUS P4P800 bootet, läuft und nervt nie. Wer das Quäntchen mehr wollte, griff zum 875P mit PAT-Feature. Aufregend war daran nichts, und genau das war das Verkaufsargument.

Mein Urteil nach Jahren mit beiden: Der nForce2 ist der charismatischere Chipsatz, der 865PE der bessere Mitbewohner. Für einen Retro-Build, der regelmäßig laufen soll, zählt Letzteres mehr, als man beim nostalgischen Stöbern wahrhaben will.

Wer gewinnt das Duell heute?

Damals hätte ich Barton gesagt, ohne zu zögern. Heute differenziere ich. Wenn dich die AMD-Geschichte dieser Jahre packt, das Underdog-Gefühl, das Übertakter-Erbe, der nForce2-Kult, dann bau den 2500+ auf einem NF7-S und sei glücklich; authentischer wird frühe XP-Zeit nicht. Es ist exakt die Hardware-Generation, in der auch PS2 und Xbox ihre besten Jahre hatten, und ein Barton-System fühlt sich genau nach dieser Zeit an.

Wenn du dagegen einfach einen verlässlichen Frühe-Ära-Rechner willst, gewinnt der Pentium 4 2.4C auf 865PE. Hyper-Threading macht XP im Alltag runder, FSB 800 lässt Luft nach oben, und die Plattform ist unkomplizierter im Bestand. Es ist die unromantischere Wahl. Aber Romantik repariert keine gewölbten Elkos, und davon sehe ich auf Sockel-A-Boards deutlich mehr als auf den Intel-Pendants derselben Jahre.

Unentschieden also? Nein. Das Duell endet 2:1 für den Northwood, mit Stilpunkten für AMD.

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