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PS1 Emulator 2026: DuckStation schlägt alles

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Die PlayStation von 1994 war die erste Konsole mit über 100 Millionen verkauften Einheiten, am Ende standen 102,49 Millionen auf dem Zähler. Entsprechend groß ist die Bibliothek, entsprechend ausgereift die Emulation, und entsprechend kurz fällt meine Empfehlung aus: Nimm DuckStation. ePSXe war 2010 eine gute Wahl, heute gibt es keinen Grund mehr dafür. Die interessanteren Fragen sind, warum DuckStation so deutlich vorn liegt, was der Lizenzwechsel von 2024 für dich bedeutet und wann Mednafen oder RetroArch trotzdem die bessere Wahl sind.

Drei Kandidaten, eine Tabelle

Emulator Lizenz Plattformen Profil
DuckStation CC BY-NC-ND 4.0 (seit 2024) Windows, macOS, Linux, Android, Steam Deck Standardempfehlung: schnell, genau, komfortabel
Mednafen (Beetle PSX) GPLv2 Linux, Windows; als RetroArch-Core breiter Genauigkeits-Zweitmeinung für Puristen
RetroArch GPLv3 Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Steam Deck Frontend für Sammler ganzer Bibliotheken

Alle drei sind kostenlos und aktiv gepflegt. Der Unterschied liegt nicht in der Frage, ob deine Spiele laufen, sondern wie viel du dafür tun musst und wie das Ergebnis aussieht.

Was DuckStation besser macht

DuckStation kombiniert Geschwindigkeit und Genauigkeit mit einem Interface, das nicht aussieht wie ein Werkzeugkasten aus dem Jahr 2003. BIOS-Datei hinterlegen, Spiel laden, fertig. Upscaling, also das Rendern der 3D-Grafik in höherer Auflösung als den nativen 320×240, ist eine Häkchensache. Dasselbe gilt für Widescreen-Hacks, die das 4:3-Bild auf moderne Monitore bringen, ohne es zu verzerren.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, zeigen die Klassiker: Final Fantasy VII und Castlevania: Symphony of the Night sind in DuckStation beide als perfekt gelistet. Gerade Symphony of the Night, einer der besten PS1-Titel überhaupt und Namensgeber des halben Metroidvania-Genres, profitiert von sauberem Upscaling enorm. Wenn du loslegen willst: PS1 mit DuckStation spielen führt durch die Einrichtung.

Dazu kommt die Plattformbreite. DuckStation läuft auf dem Windows-Desktop genauso wie auf dem Mac, unter Linux, auf dem Steam Deck und auf Android. Wer abends am PC speichert und im Bett am Handy weiterspielt, braucht keinen zweiten Emulator.

Welche Häkchen sich zuerst lohnen

Drei Einstellungen verwandeln das PS1-Bild am stärksten, und alle drei sind in DuckStation in unter einer Minute gesetzt. Erstens die interne Auflösung: Schon das Vierfache der nativen Auflösung lässt 3D-Modelle sichtbar glatter wirken, ohne moderne Hardware ernsthaft zu fordern. Zweitens die Geometrie-Korrektur, in DuckStation als PGXP bekannt. Sie behebt das berüchtigte Zittern und Verzerren der PS1-Polygone, das technisch an der fehlenden Subpixel-Präzision der Original-Hardware lag. Wer einmal Final Fantasy VII mit und ohne PGXP nebeneinander gesehen hat, schaltet es nie wieder ab. Drittens der Widescreen-Hack für Spiele mit 3D-Engine.

Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu: 2D-Spiele und vorgerenderte Hintergründe profitieren von alldem kaum. Symphony of the Night sieht mit Pixel-Art-freundlichen Einstellungen und gegebenenfalls einem dezenten CRT-Shader besser aus als mit aggressivem Glätten. Die Stärke von DuckStation ist gerade, dass sich beides pro Spiel getrennt konfigurieren lässt.

Der Lizenzwechsel 2024: Open Source war einmal

Seit 2024 steht DuckStation unter CC BY-NC-ND 4.0. Das ist keine klassische Open-Source-Lizenz mehr: keine kommerzielle Nutzung, keine abgeleiteten Werke. Der Quellcode bleibt einsehbar, aber Forks und Weiterverwertung in anderen Projekten sind damit ausgeschlossen.

Für dich als Spieler ändert das genau nichts. Der Emulator bleibt kostenlos, die Entwicklung läuft weiter, und an der Qualität gibt es nichts zu deuteln. Relevant wird die Lizenz für Distributionen und Projekte, die DuckStation bisher paketiert oder als Unterbau verwendet haben. Wer aus Prinzip nur Software mit freier Lizenz einsetzt, hat hier ein Argument gegen DuckStation, und das ist der ehrlichste Grund, sich die Alternativen anzusehen.

Mednafen und Beetle PSX: die zweite Meinung

Mednafen ist ein Multi-System-Emulator unter GPLv2, der unter anderem die Basis für die Beetle-Cores in RetroArch liefert. Beetle PSX gilt seit Jahren als Genauigkeits-Referenz für die PlayStation. Der Haken: Mednafen ist als Standalone ein Kommandozeilen-Tool ohne grafische Oberfläche, offiziell für Linux und Windows. Komfortabel wird es erst über Frontends oder eben als Core in RetroArch.

Ich nutze Beetle PSX vor allem als Gegencheck. Verhält sich ein Spiel in DuckStation seltsam, zeigt ein Testlauf dort schnell, ob das Original-Verhalten oder ein Emulationsfehler vorliegt. Als Alltags-Emulator würde ich es niemandem empfehlen, der nicht ohnehin in der Kommandozeile lebt.

RetroArch: wenn die PS1 nur eine Station ist

Für RetroArch gilt dasselbe Argument wie bei jedem System: Wer ohnehin NES, SNES, Mega Drive und PSP in einer Oberfläche verwaltet, will die PS1 nicht in einem separaten Programm pflegen. Die Beetle-PSX-Cores liefern hier exzellente Qualität, Shader und Savestates funktionieren systemübergreifend identisch, und RetroArch läuft praktisch überall, inklusive iOS. Der Preis bleibt die steile Lernkurve. Die Einrichtung speziell für PlayStation-Spiele beschreibt PS1 mit RetroArch spielen.

BIOS, Recht und die eigene Konsole

Ohne BIOS-Datei startet keiner der drei Kandidaten ein PS1-Spiel zuverlässig. Das BIOS ist Sony-Firmware und urheberrechtlich geschützt; der Download aus dem Netz ist in Deutschland nicht erlaubt. Sauber ist der Weg über die eigene Konsole: Wer eine PlayStation besitzt, kann das BIOS daraus selbst auslesen. Gebrauchte PS1-Konsolen sind kein exotisches Sammlerstück, die Hardware wurde schließlich über 102 Millionen Mal gebaut. Für die Spiele gilt dieselbe Logik: Sicherungskopien eigener CDs ja, Downloads geschützter Titel nein.

PS1 unterwegs

Die Anforderungen sind 2026 niedrig genug, dass selbst ein Miyoo Mini Plus mit seinem Zwei-Kern-SoC die PS1-Bibliothek stemmt; das Gerät ist genau bis zu dieser Konsolen-Generation eine runde Sache. Auf Android-Handhelds und dem Steam Deck läuft DuckStation ohnehin nativ; wer noch kein Gerät hat, findet im Handheld-Finder hier auf der Seite das passende Modell für sein Budget.

Bleibt das Schlusswort, und das fällt unspektakulär aus: DuckStation für fast alle, Beetle PSX für die zweite Meinung, RetroArch für Bibliotheks-Verwalter. Die PS1-Emulation ist ein gelöstes Problem. Du darfst dich also komplett auf die Frage konzentrieren, ob zuerst Final Fantasy VII oder Symphony of the Night ins Laufwerk wandert.

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